Anguilla
Anguilla (spanisch für Aal) ist eine der Inseln über
dem Winde der Kleinen Antillen in der Karibik, östlich von Puerto
Rico gelegen. Politisch ist die Insel ein Überseegebiet des Vereinigten
Königreichs. Zu Anguilla gehören noch mehrere kleine, unbewohnte
Koralleninseln.
Anguilla ist eine flache und niedrig gelegene Insel aus Korallen und
Kalkstein. Der höchste Punkt mit 65 m ist Crocus Hill.
Das Klima ist tropisch, gemäßigt durch östliche Winde.
Mit Hurrikanen und anderen tropischen Stürme ist von Juli bis Oktober
zu rechnen.
Die Versorgung mit Trinkwasser kann mit der stark steigenden Nachfrage
nicht immer Schritt halten.
Anguilla hat ca. 13.000 Einwohner. 40 % sind Anglikaner, 33 % Methodisten,
7 % Adventisten des siebenten Tages, 5 % Baptisten und 3 % Katholiken
und 12 % bekennen sich zu einer anderen oder keiner Religion.
Höhlenzeichnungen und archäologische Funde belegen eine mehrere
Jahrtausende lange Anwesenheit der Arawak auf der Insel.
In der Kolonialzeit wurde die Insel auf Kolumbus' zweiter Reise zwar gesichtet,
tatsächlich kolonisiert wurde sie aber erst ab 1650 von Saint Christopher
kommenden Briten insbesondere Iren siedelten sich hier an. Kurzzeitig
versuchten die Franzosen zwar, Anguilla in Besitz zu nehmen, was aber
nicht gelang. Bis ins 19. Jahrhundert wurde die Insel als britische Kolonie
von Großbritannien direkt verwaltet, bis 1825 in einer Umstrukturierung
diese mit der von St. Kitts und Nevis zu einer von St. Kitts aus verwalteten
Einheit zusammengeschlossen wurde. Da die Einwohner Anguillas die Bedürfnisse
ihrer Insel benachteiligt sahen, erbaten sie 1872 und erneut 1958 in erfolglosen
Petitionen die Loslösung aus dieser Einheit.
Im selben Jahr wurde Saint Kitts-Nevis-Anguilla eine der Provinzen der
kurzlebigen Westindischen Föderation. Als diese 1962 wieder aufgelöst
wurde, wurde Saint Kitts-Nevis-Anguilla ein Associated State, ein mit
Großbritannien assoziierter Staat. Im Frühjahr 1967 machte
sich die Unzufriedenheit der Bewohner von Anguilla mit dieser Situation
Luft: Die auf Anguilla diensthabenden Polizeibeamten, von St. Kitts aus
eingesetzt, wurden der Insel verwiesen und ein Referendum durchgeführt,
bei der der Austritt aus dem Verbund beschlossen wurde. Als dies nicht
zu dem gewünschten Erfolg eine Unterstellung Anguillas unter
direkte britische Verwaltung führte, erklärte es sich
1969 auch von Großbritannien unabhängig. Dieses wurde von Großbritannien
nicht anerkannt; stattdessen sandte es Truppen nach Anguilla die
freudig begrüßt wurden.
In den folgenden Verhandlungen wurde Anguilla schließlich im Anguilla
Act von 1971 eine künftige Abtrennung zugesagt; es dauerte dann aber
noch bis zum 19. Dezember 1980, bis der Anguilla Act von 1980 diese dann
auch formell vollzog. Anguilla erhielt den Status einer British Dependent
Territory, einem britischen Überseegebiet, dessen internationale
Beziehungen das Vereinigte Königreich wahrnimmt. Die Verfassung von
1982 schrieb die aktuelle politische Struktur fest.
Anguilla ist ein nicht-souveränes britisches Überseegebiet
mit innerer Autonomie als solches ist es mit der EU assoziiert.
Außerdem ist Anguilla assoziiertes Mitglied der Karibischen Gemeinschaft,
der Organisation Ostkaribischer Staaten und der CARICOM. Es gehört
zu den Trägern der University of the West Indies.
Die Zuständigkeit des Gouverneurs als Vertreter der britischen Krone
erstreckt sich vor allem auf Fragen der Verteidigung, der Außen-
und internationalen Finanzpolitik sowie der inneren Sicherheit (inklusive
der Polizei). Der Gouverneur wird vom britischen Monarchen, derzeit Elisabeth
II., eingesetzt.
Anguillas Autonomieregierung ist der Executive Council, bestehend aus
dem Regierungschef (Chief Minister), maximal drei weiteren Ministern sowie,
qua Amt, dem stellvertretenden Gouverneur und dem Generalstaatsanwalt
(Attorney-General).
Mindestens alle fünf Jahre wählt die wahlberechtigte Bevölkerung
Anguillas ein Parlament (House of Assembly), dem neben sieben gewählten
Mitgliedern zwei durch den Gouverneur nominierte Mitglieder sowie, qua
Amt, der stellvertretende Gouverneur (Deputy Governor) und der Generalstaatsanwalt
(Attorney-General) angehören.
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