Curacao
Curaçao (Papiamentu: Kòrsou) ist mit rund 444 km²
die größte Insel der Niederländischen Antillen in der
Karibik.
Die Insel liegt bei Koordinaten: 12° 11? N, 68° 59? W12°
11? N, 68° 59? W und in ca. 50 km Entfernung zum Festland (nördlich
von Venezuela und nordöstlich von Kolumbien). Westlich von Curaçao
befindet sich die Insel Aruba, die bis 1986 ebenfalls zu den Niederländischen
Antillen gehörte, östlich die Insel Bonaire. Zusammen mit dieser
bildet Curaçao innerhalb der Niederländischen Antillen geographisch
die Untergruppe der Windward Inseln, während die anderen drei politisch
zu diesen gehörenden Inseln (Saba, Sint Eustatius und Sint Maarten)
zu den Leeward Inseln gehören. Südöstlich liegt Klein Curaçao,
eine besonders bei Tauchern beliebte unbewohnte Insel, auf der nur ein
Leuchtturm steht.
Das Klima ist tropisch und ähnelt nur an der Nordspitze einem Savannenklima,
weil dort der Wind kühlt. An natürlichen Rohstoffen sind Phosphate
auf Curaçao vorhanden und Salz auf der Nachbarinsel Bonaire.
Etwa 219.958 (geschätzt April 2005) Menschen leben insgesamt auf
den Niederländischen Antillen, von denen 67% zwischen 15 und 64 Jahren
alt sind. Eine Familie hat im Durchschnitt 2 Kinder; Männer werden
etwa 73 Jahre, Frauen etwa 77 Jahre alt. Der Alphabetisierungsgrad ist
hoch, etwa 96% der Bevölkerung über 15 Jahren können lesen
und schreiben. Die Bevölkerungszahl für Curacao selbst wurde
im Jahr 2005 mit 140.000 angegeben.
Das Niederländische ist Amtssprache, aber Papiamentu (eine Kreolsprache
mit spanischen, portugiesischen, holländischen und englischen Elementen)
herrscht als gesprochene Sprache vor. Englisch- und Spanischkenntnisse
sind verbreitet.
Die Insel ist seit ungefähr 600 n.Chr. besiedelt. Die (europäische)
Entdeckung der Insel 1499 durch den Spanier Alonso de Ojeda führte
bereits nach wenigen Jahren dazu, dass die indianischen Ureinwohner zur
Zwangsarbeit aufs Festland deportiert wurden. 1525 begannen die Spanier
schon mit der Re-Popularisation. Die nächsten Jahrzehnte blieb die
Insel spanisch.
1634 eroberte eine Expedition von Johan van Walbeeck Curaçao. Unter
Generaldirektor Jacob Pieters Tolck wurde die Insel zum Zentrum für
den karibischen Sklavenhandel und blieb dies bis in die 1860er Jahre hinein.
Die Insel blieb niederländisch, bis die Briten die Insel während
der napoleonischen Kriege ähnlich wie Südafrika
besetzten. 1814 kamen sie wieder im Zuge der Londoner Konvention an die
Niederlande.
Ab den 1860er Jahren verlor die wirtschaftliche Position Curaçao
an Bedeutung und wurde erst mit den Erdöl-Entdeckungen der 1930er
Jahre wieder erheblich verbessert. Heute fußt die Wirtschaft auf
zwei Säulen: Erdöl und Tourismus.
Die Niederländischen Antillen sind seit 1954 innenpolitisch völlig
autonom, lediglich die Außen- und Verteidigungspolitik wird durch
die Niederlande wahrgenommen.
Aus den Schalen von Bitterorangen (Pomeranzen), die auf der Insel wachsen,
wird der nach der Insel benannte Likör Curaçao hergestellt.
Die Schalen werden mazeriert und dabei in Alkohol eingelegt, der Aroma
und Farbstoffe herauslöst. Danach werden blaue, seltener rote Farbstoffe
zugesetzt. Nach der Farbe wird das Getränk dann als "Blue Curaçao"
oder "Red Curaçao" bezeichnet.
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