Guadeloupe
Guadeloupe [gwa?dlup] ist ein Überseedépartement und eine
Region Frankreichs, bestehend aus einer Gruppe von neun Inseln der kleinen
Antillen am Nordrand der Inseln über dem Winde in der Karibik.
Guadeloupe ist ein vollintegrierter Teil des französischen Staates
und damit auch Teil der Europäischen Union.
Guadeloupe besteht aus acht bewohnten sowie weiteren kleinen unbewohnten
Inseln.
Die beiden Hauptinseln sind Basse-Terre und Grande-Terre, die nur durch
einen schmalen Meeresarm voneinander getrennt sind. In unmittelbarer Nähe
zu diesen liegen die ebenfalls bewohnten Inseln Marie-Galante und La Désirade,
die zwei kleinen unbewohnten Îles de la Petite Terre sowie die kleine
Inselgruppe der Îles des Saintes, die zwei bewohnte und sieben unbewohnte
Inseln umfasst.
Außerdem gehören die Insel Saint-Barthélemy und der
französische Teil der Insel Saint-Martin politisch zu Guadeloupe.
Diese liegen ca. 200 km nördlich der Hauptinseln.
Basse-Terre ist vulkanischen Ursprungs mit Bergen im Landesinneren, Grande-Terre
ist relativ flach und besteht hauptsächlich aus Kalkstein. Die meisten
der anderen Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Der höchster Punkt
ist die Soufrière mit 1.467 m über NN, die ein aktiver Vulkan
ist.
Das Klima ist von subtropische Temperaturen durch Passatwinde und von
moderater Feuchtigkeit gekennzeichnet. Von Juni bis Oktober besteht die
Gefahr von Hurrikans.
Die Landfläche besteht zu 14 % aus Anbaufläche, zu 4 % aus Dauerkulturen,
zu 14 % aus Weideflächen und zu 39 % aus Wälder.
Die Einwohnerzahl Guadeloupes betrug im Juli 2005 448.713 Menschen.
Rund 90 % der Guadeloupianer sind Schwarze oder Mulatten. Ungefähr
5 % der Bevölkerung sind Weiße. Inder, Libanesen und Chinesen
machen zusammen weniger als 5 % aus.
Etwa 95 % der Einwohner gehören der Katholischen Kirche an. 2 % der
Bevölkerung sind Zeugen Jehovas. Die restlichen 3 % der Einwohner
sind Hindus oder gehören Religionen afrikanischen Ursprungs an, während
1 % der Bevölkerung protestantisch ist.
25,1 % der Einwohner Guadeloupes sind jünger als 15 Jahre während
8,7 % älter als 64 sind. Die Menschen im Alter zwischen 15 und 64
Jahren machen 66,2 % der Bevölkerung aus. 50,8 % der Bevölkerung
sind Frauen.
Die Rate des Bevölkerungswachstums beträgt 1,11 %, die Geburtenrate
17,25 Geburten auf 1000 Einwohner und die Sterberate 6,01 Todesfälle
auf 1000 Einwohner. Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 9,77 Totgeburten
auf 1000 Lebendgeburten. Die Lebenserwartung beträgt im Durchschnitt
77,0 Jahre, für Frauen 80,3 Jahre und für Männer 73,8 Jahre.
Die Fruchtbarkeitsrate liegt bei 1,93 geborenen Kinder pro Frau. Diese
Zahlen sind alle geschätzt und beziehen sich auf das Jahr 2002.
Die Inseln bilden ein Département und seit den Dezentralisierungsgesetzen
des Beginns der 1980er Jahre zugleich auch eine eigene Region Frankreichs.
Wie alle anderen Départements ist auch Guadeloupe in der französischen
Legislative durch Volks- und Gemeindevertreter vertreten. Es besitzt in
der Nationalversammlung vier und im Senat zwei Mandate. Wie die anderen
drei französischen Überseedépartements ist Guadeloupe
auch Teil der Europäischen Union.
Alle französischen Gesetze finden in Guadeloupe ihre Anwendung. Jedoch
müssen nach Artikel 73 der Französischen Verfassung die lokalen
Besonderheiten Berücksichtigung finden.
Wie in den anderen Überseedépartements und -regionen sind
die Region und das Département auf Guadeloupe getrennte Gebietskörperschaften,
die unabhängig voneinander ihre jeweiligen Kompetenzen ausüben.
Es existieren parallel zueinander der Regionalrat (Conseil régional)
der Region mit 41 Mitgliedern, der alle 6 Jahre nach demselben Wahlrecht
wie in den europäischen Regionen Frankreichs gewählt wird, und
der Generalrat (Conseil général) des Départements
mit 42 Mitgliedern, der alle 3 Jahre zur Hälfte nach dem auch für
die anderen Generalräte geltenden Wahlrecht gewählt wird. Die
Zentralregierung wird für ihre Zuständigkeitsbereiche durch
den Präfekten vertreten, so dass die Exekutive auf Guadeloupe in
insgesamt drei getrennte Zweige zerfällt.
Der Präsident des Regionalrats ist seit 2004 Victorin Lurel und der
Präsident des Generalrats seit 1998 Jacques Gillot.
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