St. Kitts & Nevis
Die Föderation St. Kitts und Nevis (engl. Saint Kitts and Nevis
- früher: Saint Christopher und Nevis) ist eine Inselgruppe der Kleinen
Antillen in der Karibik, mit der Hauptstadt Basseterre. Sie ist ein unabhängiger
Staat und Mitglied der Vereinten Nationen.
Die Insel St. Kitts besteht aus drei Vulkangruppen, die durch tiefe Schluchten
getrennt sind. Der höchste Berg von St. Kitts ist der 1.156 m hohe
Mount Liamugia, vormals Mount Misery. Die Insel Nevis ist durch einen
3 km breiten Kanal von St. Kitts getrennt. Die höchste Erhebung ist
der Mount Nevis mit 1.090 m.
Auf den beiden Inseln leben rund 46.000 Menschen (Fortschreibung auf Basis
der Zählung von 2001), davon etwa 13.000 in der Hauptstadt Basseterre.
Als zweitgrößte Stadt zählt Charlestown gerade einmal
1.700 Einwohner.
Die Amtssprache der Föderation ist Englisch. Jedoch werden oft kreolische
Dialekte gesprochen. Größte Ethnien sind die Schwarzen (90,4%),
Mulatten (5,0%), Südasiaten (3,0%), Weiße (einschließlich
Briten, Libanesen und Portugiesen 1,0%) sowie Andere (0,6%).
Die beiden Inseln wurden 1493 auf der zweiten Reise von Christoph Kolumbus
entdeckt, aber erst am Anfang des 17. Jahrhunderts von britischen Kolonisten
besiedelt. 1623 gründete Sir Thomas Warner die Kolonie St. Kitts.
Seit der Kolonialisierung waren die Inseln ein ständiger Streitpunkt
zwischen Frankreich und dem Vereinigten Königreich. 1783 sicherten
sich die Briten die Inseln und gliederten sie in das Britische Imperium
ein. 99 Jahre später schloss man die beiden Inseln mit dem nahegelegenen
Anguilla zu einem Bund zusammen.
Zwischen den Jahren 1929 und 1930 stürzte die Weltwirtschaftskrise
das Land in wirtschaftliche und politische Schwierigkeiten. Nachdem 1930
Gewerkschaften und Parteien entstanden, führte man 1952 das allgemeine
und gleiche Wahlrecht ein. 1958 erfolgte der Beitritt zur Westindischen
Föderation, die bis 1962 existierte.
Ab 1967 erhielten die Inseln einen Autonomiestatus vom Vereinigten Königreich.
Für die Einwohner Anguillas, das damals zur Föderation gehörte,
gingen diese Regelungen nicht weit genug. So trat Anguilla faktisch aus
der Konföderation aus, bleibt jedoch auf dem Papier angeschlossen.
Am 19. September 1983 entließ die britische Krone Saint Kitts und
Nevis in die Unabhängigkeit. Danach gab es wegen einer Pattsituation
im Parlament eine Minderheitsregierung, die das Land destabilisierte.
Ende der 1990er-Jahre gab es Unabhängigkeitsbestrebungen von Seiten
der Insel Nevis, die eine Lostrennung von Saint Kitts forderten. Jedoch
fand diese Forderung bei einem Volksentscheid nicht die ausreichende Mehrheit
von zwei Dritteln der Insulaner.
Nach der aus dem Jahre 1983 stammenden Verfassung ist das Land eine parlamentarische
Monarchie im Commonwealth of Nations, Staatsoberhaupt ist damit der britische
Monarch, derzeit Königin Elisabeth II. Vertreten wird sie durch einen
Generalgouverneur. Seit dem 1. Januar 1996 hat dieses Amt Sir Cuthbert
Montraville Sebastian inne.
Es besteht eine Nationalversammlung mit elf gewählten und drei vom
Generalgouverneur ernannten Mitgliedern, wobei von den gewählten
Sitzen acht für St. Kitts und drei für Nevis vorgesehen sind.
Die Legislaturperiode beträgt fünf Jahre. Nevis hat daneben
ein eigenes Parlament mit drei ernannten und fünf gewählten
Mitgliedern.
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